Getöntes und gefärbtes Glas: Sonnenschutz durch Farbe
Bronze, Grau, Grün – gefärbte Gläser reduzieren Licht und Wärme durch Absorption. Was sie können, wo sie sinnvoll sind und warum sie sich erwärmen.
Gefärbtes Glas als Sonnenschutzlösung
Getönte Gläser sind eine der ältesten Methoden, um Sonnenlicht zu regulieren. Sie enthalten färbende Metalloxide, die direkt in die Glasmasse eingearbeitet werden – deshalb spricht man auch von „in der Masse gefärbtem Glas". Im Gegensatz zu beschichteten Sonnenschutzgläsern, die Licht reflektieren, wirkt gefärbtes Glas durch Absorption: Es schluckt einen Teil der Sonnenstrahlung.
Die wichtigsten Einfärbungen und ihre Eigenschaften
Bronzeglas
Bronze ist die klassische Tönung für Sonnenschutzanwendungen. Es verleiht Gebäuden eine warme, goldbraune Optik:
Grauglas
Grau-getöntes Glas ist die neutralste Variante und verändert die Farbwahrnehmung im Innenraum am wenigsten:
Grünglas
Grün getönte Gläser wirken durch Eisenoxid, das auch in natürlichem Fensterglas vorkommt – aber in höherer Konzentration:
Blaues und anderes gefärbtes Glas
Blaues Glas und seltener auch bräunliches Glas existieren, werden aber vor allem architektonisch-dekorativ eingesetzt. Ihre Sonnenschutzwirkung ist weniger optimiert.
Das Prinzip der Absorption – und seine Konsequenz
Das entscheidende Unterscheidungsmerkmal von gefärbtem Glas gegenüber reflektierendem Sonnenschutzglas ist der Mechanismus:
Das hat eine wichtige praktische Konsequenz: Stark absorbierendes gefärbtes Glas kann sich bei intensiver Sonneneinstrahlung erheblich erwärmen – auf 50–70 °C und mehr. Das führt zu:
Aus diesem Grund muss stark absorbierendes Glas häufig als ESG (Einscheibensicherheitsglas) geliefert werden, das die thermischen Spannungen besser aushält.
Einsatzbereiche von gefärbtem Sonnenschutzglas
Büro- und Verwaltungsgebäude
Großflächige Glasfassaden von Bürogebäuden sind der klassische Anwendungsfall. Dort ist eine moderate Lichtreduktion erwünscht, um Blendung an Bildschirmen zu reduzieren. Gefärbtes Glas:
Wintergärten
In Wintergärten verhindert leicht getöntes Glas Überhitzung im Sommer, ohne den Wintergarten dunkel zu machen. Grün- oder Grautönung bei 50–60 % Lichtdurchlässigkeit ist hier ein guter Kompromiss.
Dachverglasungen und Oberlichten
Bei Dachverglasungen trifft die Sonne in einem günstigeren Winkel auf das Glas – die Sonnenschutzwirkung ist hier besonders relevant. Getöntes Glas reduziert die Blendwirkung und Aufheizung effektiv.
Gefärbtes Glas im Wohnbau – eher unüblich
In deutschen Wohngebäuden ist gefärbtes Glas selten. Die Gründe:
Für private Wohngebäude werden stattdessen häufig Außenverschattungen (Rollladen, Markise) oder beschichtete Sonnenschutzgläser bevorzugt, die zielgenauer eingesetzt werden können.
Kombination mit Low-E-Beschichtung
Moderne Sonnenschutzgläser kombinieren Tönung mit Low-E-Beschichtung:
Solche Kombinationsgläser werden in der Fassadentechnik bevorzugt, wenn hohe Sonnenschutzleistung gefragt ist und gleichzeitig gute Wintertauglichkeit (Wärmedämmung) gewünscht wird.
Lichtdurchlässigkeit und visuelle Qualität
Beim Kauf sollte immer der sichtbare Lichtdurchlassgrad (VLT oder τv) betrachtet werden. Faustregeln:
Das visuelle Erscheinungsbild des Innenraums verändert sich mit gefärbtem Glas dauerhaft – nicht nur bei Sonnenlicht, sondern zu jeder Tageszeit.
Fazit
Getöntes und gefärbtes Glas ist eine bewährte, robuste Sonnenschutzlösung – besonders für Büro- und Gewerbefassaden. Es arbeitet ohne bewegliche Teile, ist wartungsfrei und ästhetisch klar. Der wichtigste technische Unterschied zu reflektierenden Sonnenschutzgläsern: die Energie wird absorbiert, nicht reflektiert – was die Scheibe erwärmt. Im Wohnungsbau spielen getönte Gläser eine eher untergeordnete Rolle, können aber in Wintergärten und Dachverglasungen sinnvoll eingesetzt werden. Wer maximale Sonnenschutzleistung möchte, findet in der Kombination aus Tönung und Low-E-Beschichtung die effektivste Lösung.
Häufige Fragen
Welche Verglasung eignet sich für Getöntes gefärbtes Glas: Sonnenschutz?
Bei Dachverglasungen trifft die Sonne in einem günstigeren Winkel auf das Glas – die Sonnenschutzwirkung ist hier besonders relevant. Im Wohnungsbau spielen getönte Gläser eine eher untergeordnete Rolle, können aber in Wintergärten und Dachverglasungen sinnvoll eingesetzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen den Verglasunsarten bei Getöntes gefärbtes Glas: Sonnenschutz?
Der wichtigste technische Unterschied zu reflektierenden Sonnenschutzgläsern: die Energie wird absorbiert, nicht reflektiert – was die Scheibe erwärmt.
Wie viel kostet eine neue Verglasung für Getöntes gefärbtes Glas: Sonnenschutz?
Bei Dachverglasungen trifft die Sonne in einem günstigeren Winkel auf das Glas – die Sonnenschutzwirkung ist hier besonders relevant.
Welchen U-Wert erreicht Getöntes gefärbtes Glas: Sonnenschutz?
Getönte Gläser sind eine der ältesten Methoden, um Sonnenlicht zu regulieren.
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