Energie & WärmeschutzLesedauer: 7 Min.Januar 2026

Der g-Wert bei Fenstern: Sonneneintrag verstehen und planen

Der g-Wert bestimmt, wie viel Sonnenenergie durch ein Fenster gelangt. Was typische Werte bedeuten und wie der g-Wert zur Energiebilanz beiträgt.

Was ist der g-Wert?

Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) ist neben dem U-Wert der zweite wichtige Kennwert einer Fensterverglasung. Er gibt an, welcher Anteil der auf das Fenster auftreffenden Sonnenenergie in den Raum gelangt. Der g-Wert ist eine dimensionslose Zahl zwischen 0 und 1:

  • g = 0: Kein Sonneneintrag (theoretisches Minimum)
  • g = 1: 100 % Sonneneintrag (theoretisches Maximum)
  • g = 0,60: 60 % der Sonnenenergie gelangt in den Raum
  • Der g-Wert wird nach EN 410 gemessen und ist ein genormter Wert, der auf Produktdatenblättern angegeben sein muss.

    Wie setzt sich der g-Wert zusammen?

    Der g-Wert besteht aus zwei Anteilen:

  • Direkter Transmissionsanteil (τe): Der Anteil der Solarstrahlung, der direkt durch das Glas transmittiert wird (sichtbares Licht + Infrarot)
  • Sekundärer Wärmeabgabeanteil (qi): Die Wärme, die das Glas durch Absorption aufnimmt und nach innen abstrahlt oder konvektiv abgibt
  • g = τe + qi

    Bei einfachem Glas: τe ≈ 0,82, qi ≈ 0,06, g ≈ 0,88

    Bei Dreifachverglasung mit Low-E: τe ≈ 0,48, qi ≈ 0,05, g ≈ 0,53

    Typische g-Werte verschiedener Verglasungsarten

    Einfachglas

  • g ≈ 0,85–0,88
  • Nahezu ungefilterter Sonneneintrag
  • Im Sommer extreme Überhitzung möglich
  • Zweifachverglasung ohne Beschichtung (alt)

  • g ≈ 0,70–0,75
  • Schlechterer Wärmeschutz, aber hoher g-Wert (viele solare Gewinne)
  • Zweifachverglasung modern (Low-E + Argon)

  • g ≈ 0,60–0,65
  • Guter Kompromiss: Wärmeschutz verbessert, g-Wert noch hoch
  • Dreifachverglasung Standard

  • g ≈ 0,50–0,55
  • Guter Wärmeschutz, mittlerer g-Wert
  • Standard für Neubau
  • Dreifachverglasung solar optimiert

  • g ≈ 0,60–0,65
  • Speziell entwickelt für Südfenster im Passivhaus
  • Höherer g-Wert bei gleichzeitig niedrigem Ug
  • Sonnenschutzverglasung leicht

  • g ≈ 0,40–0,50
  • Für Ost/West-Fassaden mit moderatem Überhitzungsrisiko
  • Sonnenschutzverglasung stark

  • g ≈ 0,20–0,35
  • Für kritische Orientierungen, Dachverglasungen, Glasdächer
  • Deutlich reduzierter Sonneneintrag
  • Der g-Wert in der Energiebilanz: Winter und Sommer

    Der g-Wert hat je nach Jahreszeit gegensätzliche Auswirkungen:

    Winter: Hoher g-Wert erwünscht

    Im Winter (Oktober bis März) liefert Sonneneinstrahlung durch Fensterglas wertvolle kostenlose Heizwärme. Diese solaren Gewinne reduzieren den Heizbedarf:

    Solare Gewinne (Winter) = g × Fensterfläche × Globalstrahlung × Nutzungsgrad

    Beispiel Südfenster (1,5 m², g = 0,55, Frankfurt am Main, Heizperiode):

  • Winterstrahlung Südfassade: ca. 550 kWh/m²
  • Solare Gewinne: 0,55 × 1,5 × 550 × 0,75 (Nutzungsgrad) = 340 kWh
  • Das entspricht ca. 28 Litern Heizöl oder 34 m³ Erdgas pro Fenster und Winter – nur durch die Sonne.

    Sommer: Niedriger g-Wert erwünscht

    Im Sommer erzeugen hohe g-Werte Überhitzungsprobleme. Südfenster sind durch den hohen Sonnenstand im Sommer weniger kritisch – aber West-, Ost- und Dachfenster können bei hohen g-Werten zu erheblichen Überhitzungsproblemen führen.

    Beispiel Westfenster (2 m², g = 0,55, Sommer):

  • Sommerstrahlung Westfassade: ca. 350 kWh/m²
  • Solarer Eintrag: 0,55 × 2 × 350 = 385 kWh (als Wärme im Raum)
  • Das entspricht einem kontinuierlichen Heizkörper von ca. 1.000 W an warmen Sommernachmittagen
  • Uw und g-Wert: Der Zielkonflikt

    Ein fundamentales Problem der Fensterfenster besteht darin, dass Wärmeschutz (niedriger Uw) und solare Gewinne (hoher g-Wert) oft im Widerspruch stehen:

  • Low-E-Beschichtungen reduzieren den Ug-Wert (gut) → sie reduzieren aber auch den g-Wert
  • Mehr Scheiben (Dreifach statt Zweifach) → niedrigerer Ug (gut) → niedrigerer g-Wert
  • Sonnenschutzbeschichtung → sehr niedriger g-Wert (sommer-gut) → höherer Ug (winter-schlecht)
  • Die Lösung: Ausrichtungsabhängige Verglasung wählen:

  • Südfenster: Dreifach mit möglichst hohem g (g ≈ 0,55–0,65) + mechanische Sommerverschattung
  • Nordfenster: Besten Uw möglich (g spielt keine große Rolle, da kaum direkte Sonne)
  • West/Ostfenster: Abwägung je nach Überhitzungsrisiko; Sonnenschutzverglasung oder Außenverschattung
  • g-Wert und Lichtdurchlässigkeit (τv)

    Der g-Wert ist nicht dasselbe wie die Lichtdurchlässigkeit (τv). Lichtdurchlässigkeit bezieht sich nur auf den sichtbaren Wellenlängenbereich, der g-Wert umfasst das gesamte Solarspektrum (sichtbar + infrarot + UV).

  • Standard-Dreifachverglasung: g = 0,52, τv = 0,70
  • Sonnenschutzverglasung: g = 0,30, τv = 0,55–0,70
  • Moderne Sonnenschutzverglasung kann also 30 % der Gesamtenergie durchlassen, während noch 55–70 % des sichtbaren Lichts passieren. Das Verhältnis g/τv wird als Selektivität bezeichnet – je höher, desto besser lässt sich Licht von Wärme trennen.

    Praktische Empfehlungen

  • Immer g-Wert und Uw-Wert gemeinsam betrachten
  • Ausrichtung der Fenster bei der Verglasungswahl berücksichtigen
  • Bei großen West- oder Ostfenstern: Überhitzungssimulation machen lassen
  • Außenverschattung (Rollladen, Raffstore) als erste Wahl gegen sommerliche Überhitzung
  • Sonnenschutzverglasung nur wo keine Außenverschattung möglich (Dachfenster, Glaskuppeln)
  • Fazit

    Der g-Wert ist ein Werkzeug – richtig eingesetzt sorgt er für passive Solargewinne im Winter und schützt im Sommer. Falsch eingesetzt führt er zu teuren Überhitzungsproblemen. Die Wahl des richtigen g-Werts ist daher eine Planungsaufgabe, die von der Ausrichtung, dem Klimastandort und dem Nutzungskonzept des Gebäudes abhängt.

    Häufige Fragen

    Wie verbessert g-Wert Fenstern: Sonneneintrag verstehen die Energieeffizienz meines Hauses?

    Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) ist neben dem U-Wert der zweite wichtige Kennwert einer Fensterverglasung. Er gibt an, welcher Anteil der auf das Fenster auftreffenden Sonnenenergie in den Raum gelangt.

    Welchen U-Wert sollte ich bei g-Wert Fenstern: Sonneneintrag verstehen anstreben?

    Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) ist neben dem U-Wert der zweite wichtige Kennwert einer Fensterverglasung.

    Wie viel Energie kann ich durch g-Wert Fenstern: Sonneneintrag verstehen sparen?

    Diese solaren Gewinne reduzieren den Heizbedarf: Solare Gewinne (Winter) = g × Fensterfläche × Globalstrahlung × Nutzungsgrad Beispiel Südfenster (1,5 m², g = 0,55, Frankfurt am Main, Heizperiode): Winterstrahlung Südfassade: ca.

    Welche Anforderungen stellt das GEG an g-Wert Fenstern: Sonneneintrag verstehen?

    Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) ist neben dem U-Wert der zweite wichtige Kennwert einer Fensterverglasung.

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