Marken & HerstellerLesedauer: 7 Min.Januar 2026

Sonderfarben bei Fenstern: Folierung, Lackierung und RAL-Farben

Fenster müssen nicht weiß sein. PVC-Folie, Alu-Pulverbeschichtung und Holz-Nasslackierung ermöglichen fast jede Farbe – mit unterschiedlichen Kosten, Lieferzeiten und Haltbarkeit.

Fenster in Farbe: Möglichkeiten und Grenzen

Das klassische weiße Fenster verliert an Dominanz. Anthrazit, Grau, Schwarz, Braun, Bronze und individuelle Sonderfarben sind heute in modernen Bauprojekten selbstverständlich. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach individuellen Farblösungen: passend zur Fassadenfarbe, zum Innenraum oder zu persönlichen Vorlieben.

Die gute Nachricht: Technisch ist heute fast jede Farbe möglich – in PVC, Aluminium und Holz. Die weniger gute Nachricht: Sonderfarben kosten mehr, brauchen länger und haben je nach Verfahren unterschiedliche Haltbarkeitseigenschaften.

PVC-Folie: Die günstigste Option

PVC-Fensterprofile werden standardmäßig in Weiß extrudiert. Um Farbe zu bekommen, gibt es drei Verfahren: Koextrusion (Farbe direkt im Extrusionsprozess), Lackierung nach der Extrusion und – am häufigsten – Folierung.

Bei der Folierung wird eine Polymerfolie (meistens Polyesterfolie oder ASA-Folie) auf das weiße Profil aufgebracht. Die Folie ist UV-beständig, strukturiert (oft in Holzoptik oder glatt) und in nahezu beliebigen Farben erhältlich. Das Verfahren ist kostengünstig und erlaubt eine große Farbvielfalt.

Aufpreis für Folierung gegenüber Weißprofil:

  • Standardfolien wie Anthrazit oder Grau: ca. 10–15 Prozent
  • Sonderfarben (weniger häufige RAL-Töne): ca. 15–25 Prozent
  • Holzoptik-Folierungen: ca. 20–30 Prozent
  • Schwächen der Folierung:

  • Die Folie ist eine Schicht auf dem Profil – mechanische Beschädigungen können die Oberfläche verletzen
  • Farblich ist die Folie nicht ganz so tief und satt wie Pulverbeschichtung
  • Langfristige UV-Stabilität ist bei Qualitätsfolien (z.B. von Renolit) sehr gut, aber nicht identisch mit Alu-Qualität
  • Aluminium-Pulverbeschichtung: Alle RAL-Farben möglich

    Aluminium-Fenster werden nach der Profilproduktion pulverbeschichtet. Die Pulverbeschichtung (auch Einbrennlackierung) ist das hochwertigste Farbgebungsverfahren für Fenster. Die Farbe wird als Pulverlack elektrostatisch aufgetragen und bei 180–200 Grad eingebrannt. Das ergibt eine extrem harte, kratzfeste und UV-beständige Oberfläche.

    Mit Pulverbeschichtung sind buchstäblich alle RAL-Farben (über 200 Standardtöne) sowie NCS-Farben und individuelle Sondertöne möglich. Auch strukturierte Oberflächen, Metallic-Effekte und matte Versionen sind lieferbar.

    Aufpreis für Sonderfarben bei Alu-Fenstern:

  • Standard-RAL-Farben (z.B. RAL 7016 Anthrazit): oft im Basispreis enthalten
  • Seltenere RAL-Töne: ca. 5–15 Prozent Aufpreis
  • Individuelle Sondertöne (Farbmischung): ca. 15–30 Prozent
  • Zweifarbig (Außen andere Farbe als innen): ca. 10–20 Prozent Aufpreis
  • Haltbarkeit der Pulverbeschichtung:

  • Qualitätsbeschichtungen nach GSB International oder Qualicoat erfüllen strenge Prüfnormen
  • Erwartete Haltbarkeit 20–30 Jahre ohne wesentliche Farbveränderung
  • Mechanisch deutlich robuster als PVC-Folie
  • Holz-Nasslackierung: Handwerkliche Qualität

    Holzfenster werden nasslackiert – entweder mit wasserbasierenden oder lösungsmittelhaltigen Lacksystemen. Moderne wasserbasierte Holzschutzlacke sind umweltverträglicher und haben heute eine vergleichbare Leistung wie klassische Alkydharz-Lacke.

    Die Farbwahl bei Holzfenstern ist ähnlich breit wie bei Alu-Fenstern. Alle RAL-Farben sind grundsätzlich möglich, auch Lasuren in verschiedenen Holztönen.

    Besonderheit: Holzfenster müssen regelmäßig nachgestrichen werden. Je nach Exposition (Sonnenseite, Witterungsintensität) alle 5–10 Jahre. Das ist ein echter Pflegeaufwand, der beim Kauf eingeplant werden sollte.

    Sonderfarben auf Anfrage: Bestellen und warten

    Bei allen Materialien gilt: Sonderfarben bedeuten längere Lieferzeiten. Während Weißfenster in PVC oft in 3–4 Wochen geliefert werden, können Sonderfarben die Lieferzeit erheblich verlängern:

  • Standard-Folierfarben in PVC (Anthrazit, Grau, Braun): oft +0–2 Wochen
  • Sonderfolierfarben auf Bestellung: 6–10 Wochen
  • Standard-Pulverfarben in Alu: oft in 4–6 Wochen
  • Individuelle Sondertöne in Alu: 8–12 Wochen
  • Holz-Sonderfarben: 6–10 Wochen
  • Für Bauprojekte mit engem Zeitplan ist das relevant. Wer im April mit dem Ausbau beginnen will, muss Sonderfarbenfenster im Januar oder Februar bestellen.

    Haltbarkeit im Vergleich: Folie vs. Pulverbeschichtung

    Eine direkte Gegenüberstellung:

  • Pulverbeschichtung (Alu): sehr kratzfest, UV-beständig, 20–30 Jahre ohne Nachbehandlung, nicht reparierbar (muss neu beschichtet werden)
  • PVC-Folie: weniger kratzfest, UV-beständig bei Qualitätsfolie, 15–25 Jahre, Reparatur durch Neufolierung möglich
  • Holz-Nasslack: am empfindlichsten, Nachstrich alle 5–10 Jahre, aber renovierbar und patinierend
  • Fazit für die Kaufentscheidung

    Wer Sonderfarben will, sollte frühzeitig planen und Preise transparent anfragen. Die Aufpreise sind beherrschbar – ein paar hundert Euro für eine individuelle Farbe bei 10 Fenstern sind realistisch. Wichtiger ist, die Lieferzeiten im Griff zu behalten und Qualitätsnachweise der Farbgebung (GSB, Qualicoat bei Alu; Markenfolie bei PVC) zu verlangen.

    Häufige Fragen

    Welche Hersteller sind bei Sonderfarben Fenstern: Folierung, Lackierung besonders empfehlenswert?

    Wichtiger ist, die Lieferzeiten im Griff zu behalten und Qualitätsnachweise der Farbgebung (GSB, Qualicoat bei Alu; Markenfolie bei PVC) zu verlangen.

    Was unterscheidet die Qualität zwischen verschiedenen Herstellern von Sonderfarben Fenstern: Folierung, Lackierung?

    20–30 Prozent Schwächen der Folierung: Die Folie ist eine Schicht auf dem Profil – mechanische Beschädigungen können die Oberfläche verletzen Farblich ist die Folie nicht ganz so tief und satt wie Pulverbeschichtung Langfristige UV-Stabilität ist bei Qualitätsfolien (z.B.

    Gibt es günstige Alternativen zu bekannten Marken bei Sonderfarben Fenstern: Folierung, Lackierung?

    Moderne wasserbasierte Holzschutzlacke sind umweltverträglicher und haben heute eine vergleichbare Leistung wie klassische Alkydharz-Lacke.

    Worauf sollte ich bei der Herstellerwahl für Sonderfarben Fenstern: Folierung, Lackierung achten?

    20–30 Prozent Schwächen der Folierung: Die Folie ist eine Schicht auf dem Profil – mechanische Beschädigungen können die Oberfläche verletzen Farblich ist die Folie nicht ganz so tief und satt wie Pulverbeschichtung Langfristige UV-Stabilität ist bei Qualitätsfolien (z.B.

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