Kreislaufwirtschaft: Wie die EU Fenster nachhaltiger machen will
Der EU Circular Economy Action Plan will Fenster als Langlebigkeitsprodukt im Kreislauf halten. Recyclingquoten, Herstellerpflichten und politische Ziele bis 2030 im Überblick.
Kreislaufwirtschaft als EU-Priorität
Die EU hat mit dem Circular Economy Action Plan (Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft, 2020) und der überarbeiteten Version 2023 eine umfassende Strategie vorgelegt, um von einer linearen Wirtschaft (produzieren – verwenden – entsorgen) zu einer zirkulären Wirtschaft (produzieren – verwenden – wiederverwerten – erneut produzieren) überzugehen.
Bauprodukte – und damit auch Fenster – stehen dabei im besonderen Fokus. Der Bausektor ist einer der ressourcenintensivsten Wirtschaftsbereiche: In der EU werden jährlich rund 374 Millionen Tonnen Baumaterialien verbraucht, und Bauschutt macht mehr als 30 % des gesamten EU-Abfallaufkommens aus.
Fenster als Langlebigkeitsprodukt
Fenster haben gegenüber vielen anderen Produkten einen besonderen Vorteil: Sie sind auf Langlebigkeit ausgelegt. Gut gefertigte Fenster aus hochwertigen Materialien können 40–60 Jahre im Einsatz bleiben. Das ist eine hervorragende Ausgangsbasis für Kreislaufwirtschaft – wenn die Materialien am Lebensende auch tatsächlich recycelt werden.
Die EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie setzt bei Fenstern an mehreren Punkten an:
Recyclingquoten der Fenstermaterialien
PVC – Virtuoser Recycler
PVC hat in der EU ein vorbildliches Recyclingsystem aufgebaut. Das Branchenprogramm VinylPlus (EU-weit) und in Deutschland Rewindo organisieren die Rücknahme und Verwertung von PVC-Altfenstern:
Aluminium – Fast 100 % Recycling möglich
Aluminium ist eines der am besten recyclbaren Materialien überhaupt:
Holz – Energetische Verwertung
Altholz aus Fenstern wird in der Regel nicht materialmäßig verwertet, sondern energetisch:
Glas – Spezialrecycling nötig
Herstellerpflichten in der EU
Die Kreislaufwirtschaftsstrategie schafft schrittweise verbindliche Herstellerpflichten:
Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)
Für einige Produktgruppen plant die EU eine erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility): Hersteller müssen die Kosten der Sammlung und Verwertung ihrer Produkte am Lebensende mitfinanzieren. Für Bauprodukte ist EPR noch in der Diskussionsphase, aber politisch in Planung.
Mindestrecyclatanteile
Ähnlich wie bei Verpackungen (dort bereits verpflichtend) sollen für Bauprodukte Mindestanteile an Recyclatmaterial vorgeschrieben werden. Für PVC-Fensterprofile könnte das bedeuten: Mindestanteil an Regranulat aus dem Rücknahmesystem.
Ökodesign-Anforderungen
Die ESPR (Ökodesign-Verordnung) wird für Fenster Anforderungen an Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit stellen – ab ca. 2029/2030.
Politische Ziele bis 2030
Der EU-Aktionsplan setzt für 2030 folgende Ziele im Bausektor:
Für Fensterhersteller bedeutet das: Lieferketten und Produktdesign müssen circular thinking berücksichtigen.
Was Käufer heute beachten können
Auch ohne verpflichtende Regeln können Käufer schon heute kreislaufwirtschaftlich orientiert kaufen:
Fazit
Die EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie ist kein abstraktes Zukunftskonzept, sondern ein konkretes politisches Programm mit Zeitplan und Rechtsinstrumenten. Fenster spielen dabei eine wichtige Rolle – als langlebige Produkte, deren Materialien hohe Recyclingpotenziale haben. PVC und Aluminium zeigen, dass Kreislaufwirtschaft im Fensterbau bereits heute gut funktioniert. Die politischen Anforderungen werden in den nächsten Jahren steigen – Hersteller und Käufer, die das heute berücksichtigen, sind gut positioniert.
Häufige Fragen
Was regelt das Gesetz zu Kreislaufwirtschaft: Wie EU Fenster?
Ähnlich wie bei Verpackungen (dort bereits verpflichtend) sollen für Bauprodukte Mindestanteile an Recyclatmaterial vorgeschrieben werden.
Welche Normen gelten für Kreislaufwirtschaft: Wie EU Fenster?
Die ESPR (Ökodesign-Verordnung) wird für Fenster Anforderungen an Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit stellen – ab ca. Die politischen Anforderungen werden in den nächsten Jahren steigen – Hersteller und Käufer, die das heute berücksichtigen, sind gut positioniert.
Müssen Eigentümer Kreislaufwirtschaft: Wie EU Fenster nachrüsten?
Ähnlich wie bei Verpackungen (dort bereits verpflichtend) sollen für Bauprodukte Mindestanteile an Recyclatmaterial vorgeschrieben werden.
Welche Fristen gelten für Kreislaufwirtschaft: Wie EU Fenster?
Bauprodukte – und damit auch Fenster – stehen dabei im besonderen Fokus.
Passenden Fachbetrieb finden
Fensto vermittelt Ihnen kostenlos qualifizierte Fachbetriebe für Ihr Fensterprojekt – egal ob Fenstertausch, Dachfenster oder Sicherheitsfenster.
Jetzt kostenlos anfragen →