Schallschutzklassen SSK 1 bis SSK 6: Was bedeuten sie?
Die Schallschutzklassen SSK 1 bis SSK 6 definieren, wie gut ein Fenster Lärm abhält. Welche Klasse für Ihre Lage passt, erfahren Sie hier.
Was sind Schallschutzklassen?
Wer ein neues Fenster kauft, stößt schnell auf die Abkürzung SSK gefolgt von einer Zahl zwischen 1 und 6. SSK steht für Schallschutzklasse. Diese Klasseneinteilung beschreibt, wie wirkungsvoll ein Fenster Außenlärm von innen fernhält. Je höher die Zahl, desto besser die Schalldämmung. Hinter diesem System steckt eine klare technische Logik, die auf dem bewerteten Schalldämmmaß Rw basiert.
Die Einteilung der Schallschutzklassen ist in der deutschen Norm VDI 2719 geregelt. Ergänzend dazu legt die DIN 4109 Mindestanforderungen für den Schallschutz im Hochbau fest. Beide Normen arbeiten eng zusammen und bilden die Grundlage für die Planung von Fenstern in lärmbelasteten Lagen.
Das bewertete Schalldämmmaß Rw
Der Rw-Wert ist die technische Kerngröße hinter den Schallschutzklassen. Er gibt an, um wie viele Dezibel (dB) ein Bauteil den Schall von außen nach innen mindert. Gemessen wird dieser Wert im Labor nach einem standardisierten Verfahren gemäß DIN EN ISO 10140. Das Ergebnis ist ein einziger Zahlenwert, der das Schalldämmverhalten über das gesamte Frequenzspektrum bewertet und zusammenfasst.
Wichtig: Im realen Einbau kann der tatsächlich erzielte Dämmwert etwas niedriger ausfallen als der Laborwert. Der Grund liegt in Einbaufugen, Anschlussdichtungen und der Qualität der Montage. In der Praxis ist deshalb mit einem Abzug von 2 bis 5 dB zu rechnen.
Die sechs Schallschutzklassen im Überblick
SSK 1 – Rw ≥ 25 dB
Die unterste Klasse bietet Grundschutz gegen leichte Geräuschimmissionen. SSK 1 ist für ruhige Wohnlagen geeignet, in denen kein nennenswerter Außenlärm vorhanden ist. Einfache Einfachglasfenster oder ältere Isolierverglasungen liegen häufig in diesem Bereich. Für städtische Umgebungen oder Lagen nahe Verkehrswegen ist SSK 1 nicht ausreichend.
SSK 2 – Rw ≥ 30 dB
SSK 2 ist die am häufigsten eingebaute Klasse in normalen Wohngebieten. Sie bietet Schutz gegen normale Straßengeräusche und ist der De-facto-Standard beim Neubau in Wohngebieten ohne besondere Lärmbelastung. Moderne Dreifachverglasung erreicht ohne zusätzlichen Schallschutzaufwand häufig diese Klasse.
SSK 3 – Rw ≥ 35 dB
SSK 3 ist die erste Klasse, die gezielt für lärmbelastete Lagen entwickelt wurde. Gebäude an Hauptstraßen, in der Innenstadt oder in der Nähe von Gewerbegebieten profitieren von dieser Klasse. Die VDI 2719 empfiehlt SSK 3 für Außenpegel zwischen 61 und 65 dB.
SSK 4 – Rw ≥ 40 dB
Für stark befahrene Bundesstraßen, Schnellstraßen und lärmintensive Industriezonen ist SSK 4 der empfohlene Standard. Auch Gebäude mit Süd- oder Westausrichtung zu belebten Straßen sollten diese Klasse anstreben. Die Verglasung wird aufwendiger und schwerer; der Rahmen muss entsprechend stabil und dicht sein.
SSK 5 – Rw ≥ 45 dB
SSK 5 ist die Klasse für extreme Lärmbelastungen. Flughafennähe, Bahnstrecken mit hohem Güterverkehr oder stark frequentierte Straßenbahnlinien erfordern diese Dämmleistung. Flughafengesellschaften schreiben in ihren Lärmschutzprogrammen häufig SSK 4 bis SSK 5 vor.
SSK 6 – Rw ≥ 50 dB
Die höchste Klasse ist für Sonderfälle mit extremer Lärmbelastung vorbehalten. Industriegebiete mit dauerhaften Lärmpegeln über 75 dB, Lärmschutzzonen unmittelbar um Flughäfen oder besondere gewerbliche Nutzungen fallen in diesen Bereich. SSK 6 ist aufwendig und entsprechend teuer; eine individuelle Planung durch einen Akustiker ist hier unerlässlich.
VDI 2719 und DIN 4109: Die Normen hinter den Klassen
Die VDI 2719 ist die entscheidende Richtlinie für die Auswahl der richtigen Schallschutzklasse. Sie definiert sogenannte Außenpegelklassen – das heißt, sie ordnet gemessene oder berechnete Außenlärmpegel den entsprechenden SSK-Klassen zu. So ergibt sich ein klarer Planungspfad: Außenpegel messen, Klasse auswählen, passendes Fenster einbauen.
Die DIN 4109 ergänzt dies durch Mindestanforderungen, die bei Baugenehmigungen einzuhalten sind. Sie unterscheidet zwischen Grundanforderungen (die baurechtlich verbindlich sind) und erhöhten Anforderungen, die über den Pflichtrahmen hinausgehen. Für viele Anwendungen lohnt es sich, die erhöhten Anforderungen anzustreben – besonders wenn Gesundheit und Schlafqualität auf dem Spiel stehen.
Wie wähle ich die richtige Schallschutzklasse?
Die Auswahl der richtigen SSK-Klasse beginnt mit der Messung oder Schätzung des Außenpegels. Dafür gibt es mehrere Wege:
Als Faustregel gilt: Außenpegel minus gewünschter Innenpegel (35 dB für Wohnen, 30 dB für Schlafen) ergibt den benötigten Rw-Wert. Liegt der Außenpegel bei 68 dB und soll im Schlafzimmer ein Pegel von 30 dB nicht überschritten werden, braucht man ein Fenster mit Rw ≥ 38 dB – also SSK 3.
Kombinationen aus mehreren Klassen
Häufig wird in einem Gebäude nicht einheitlich die gleiche Klasse verbaut. Die Straßenseite erhält höhere Klassen, die Gartenseite niedrigere. Das ist wirtschaftlich sinnvoll und technisch korrekt, solange alle Fenster eines Raumes die gleiche Klasse aufweisen. Ein SSK-4-Fenster verliert seinen Nutzen, wenn im selben Raum ein SSK-1-Fenster sitzt: Schall findet immer den Weg des geringsten Widerstands.
Fazit
Die Schallschutzklassen SSK 1 bis SSK 6 bilden ein klares, nachvollziehbares System zur Auswahl des richtigen Fensters für jede Lärmsituation. Entscheidend ist die genaue Kenntnis des Außenpegels am Einbauort. Wer diese Grundlage hat, kann auf Basis von VDI 2719 und DIN 4109 die passende Klasse bestimmen und damit dauerhaft für Ruhe im Innenraum sorgen.
Häufige Fragen
Wie effektiv ist Schallschutzklassen SSK 1 bis gegen Straßenlärm?
Er gibt an, um wie viele Dezibel (dB) ein Bauteil den Schall von außen nach innen mindert.
Welche Schallschutzklasse bietet Schallschutzklassen SSK 1 bis?
Diese Klasseneinteilung beschreibt, wie wirkungsvoll ein Fenster Außenlärm von innen fernhält. Die Einteilung der Schallschutzklassen ist in der deutschen Norm VDI 2719 geregelt.
Was kostet Schallschutzklassen SSK 1 bis mit gutem Schallschutz?
Wer ein neues Fenster kauft, stößt schnell auf die Abkürzung SSK gefolgt von einer Zahl zwischen 1 und 6.
Ab welchem Lärmpegel lohnt sich Schallschutzklassen SSK 1 bis?
Wer ein neues Fenster kauft, stößt schnell auf die Abkürzung SSK gefolgt von einer Zahl zwischen 1 und 6. Gemessen wird dieser Wert im Labor nach einem standardisierten Verfahren gemäß DIN EN ISO 10140.
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