SicherheitLesedauer: 7 Min.Januar 2026

Türen oder Fenster: Wo ist das Einbruchsrisiko wirklich höher?

Laut Einbruchstatistik sind Fenster und Terrassentüren die häufigsten Einstiegswege. Wir zeigen, wo das Risiko wirklich liegt und wie Sie richtig priorisieren.

Türen oder Fenster: Eine häufige Fehleinschätzung

Viele Hauseigentümer investieren zuerst in eine gute Haustür und vernachlässigen dabei die Fenster. Das ist verständlich – die Haustür ist das offensichtlichste Einstiegsziel. Die Einbruchstatistik zeigt jedoch ein anderes Bild: In Deutschland sind Fenster und Terrassentüren die häufigsten tatsächlichen Einstiegswege bei Wohnungseinbrüchen, nicht die Haustür.

Dieser Artikel ordnet die Statistiken ein, erklärt warum das so ist und gibt Empfehlungen, wie man das Sicherheitsbudget sinnvoll priorisiert.

Einbruchstatistik: Was die Zahlen zeigen

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts und regionale Auswertungen zeigen konsistent, dass Fenster und Fenstertüren die häufigsten Schwachstellen bei vollendeten Wohnungseinbrüchen sind. Je nach Region und Studiendesign entfallen:

  • 40–50 % aller Einbrüche auf den Einstieg durch ein Fenster
  • 20–30 % auf den Einstieg durch eine Terrassentür oder Balkontür
  • 15–25 % auf den Einstieg durch die Haustür
  • 5–10 % auf andere Wege (Kellertür, Garagentor, Dachfenster)
  • Fenster und Terrassentüren zusammen sind also für 60–80 % aller vollendeten Einbrüche verantwortlich.

    Warum Fenster häufiger genutzt werden als Türen

    Moderne Haustüren sind oft gut gesichert

    Die Bauindustrie hat auf das Thema Einbruchschutz reagiert. Haustüren werden heute standardmäßig mit Mehrpunktverriegelungen geliefert, und viele Bauherren wählen RC2-zertifizierte Haustüren. Einbrecher wissen das – und weichen auf schwächere Stellen aus.

    Fenster sind oft schwach gesichert

    Während die Haustür oft gut gesichert ist, haben Fenster – besonders in Bestandsgebäuden – oft nur einfache Rollzapfenbeschläge und normales Glas. Für einen geübten Einbrecher ist ein nicht gesichertes Fenster innerhalb von 10–20 Sekunden zu öffnen.

    Fenster bieten oft mehr Deckung

    Rückseitige Fenster, Gartenseiten und Kellerfenster liegen häufig außerhalb der Sichtlinie von Straße oder Nachbarn. Türen hingegen liegen meistens gut einsehbar.

    Kellerfenster: Besonders gefährdet

    Kellerfenster werden in der Statistik oft separat ausgewiesen und gelten als besonders gefährdet:

  • Sie liegen in Lichtschächten mit maximaler Deckung für den Einbrecher
  • Das Glas ist oft dünn und unverstärkt
  • Kellerfensterrahmen sind häufig veraltet und ohne Sicherheitsbeschläge
  • Die Öffnung ist bei älteren Gebäuden oft groß genug zum Einsteigen
  • Eine direkte Verbindung zum Wohnbereich besteht in den meisten Gebäuden
  • Kellerfenster gehören daher neben Erdgeschoss-Wohnzimmerfenstern zu den vorrangig zu sichernden Schwachstellen.

    Terrassentüren: Unterschätzte Schwachstelle

    Terrassentüren werden von Einbrechern besonders gerne genutzt, weil:

  • Sie oft zur Gartenseite zeigen, die von der Straße nicht einsehbar ist
  • Sie große Öffnungen bieten, die bequemes Einsteigen und Heraustragen von Beute ermöglichen
  • Ältere Schiebetüren leicht ausgehebelt werden können
  • Einfache Terrassentüren keine ausreichende Verriegelung haben
  • Dachfenster als Risiko im Erdgeschoss

    Ein wenig beachtetes Risiko sind Dachfenster über Anbauten: Wer von einem Gartenhaus, einer Garage oder einem Carport auf das Dach eines eingeschossigen Anbaus steigt, kann leicht an ein Dachfenster gelangen. Solche Dachfenster sind häufig einfach verglast und ohne Einbruchschutz. Sie liegen aber auf derselben Höhe wie ein Erdgeschoss-Fenster, wenn man auf dem Anbaudach steht.

    Wie sinnvoll priorisieren?

    Aus der Statistik ergibt sich eine klare Prioritätenreihenfolge:

    Erste Priorität: Fenster und Terrassentüren im Erdgeschoss

    Diese sind statistisch die häufigsten Einbruchsstellen und sollten als erstes gesichert werden. Maßnahmen:

  • RC2-Fenster bei ohnehin geplantem Tausch
  • Pilzkopfbeschläge und abschließbarer Griff als Übergangslösung
  • Glasbruchmelder und Öffnungsmelder
  • Zweite Priorität: Kellerfenster

  • Sicherheitsgitter oder RC2-Kellerfenster
  • Lichtschacht-Abdeckgitter
  • Bewegungsmelder im Lichtschacht
  • Dritte Priorität: Haustür

    Die Haustür ist wichtig, wird aber von Einbrechern seltener genutzt als Fenster. Wenn die Haustür bereits eine Mehrpunktverriegelung hat, ist das Budget besser in Fenstersicherungen investiert.

    Vierte Priorität: Dachfenster über Anbauten

  • Dachfenster über Garagen und Carports mit Sicherheitsglas nachrüsten
  • Zugang zum Anbaudach erschweren (glatte Fassade, Dachkante ohne Griff)
  • Fazit

    Die Einbruchstatistik ist eindeutig: Fenster und Terrassentüren sind die eigentliche Schwachstelle im deutschen Wohngebäude – nicht die Haustür. Wer sein Sicherheitsbudget klug einteilt, investiert zuerst in die Sicherung von Erdgeschoss-Fenstern und Terrassentüren, dann in Kellerfenster, und zuletzt in die Haustür, falls diese noch nicht gut gesichert ist.

    Häufige Fragen

    Wie sicher ist Türen oder Fenster: Wo gegen Einbruch?

    Die Bauindustrie hat auf das Thema Einbruchschutz reagiert. Solche Dachfenster sind häufig einfach verglast und ohne Einbruchschutz.

    Welche Widerstandsklasse hat Türen oder Fenster: Wo?

    Haustüren werden heute standardmäßig mit Mehrpunktverriegelungen geliefert, und viele Bauherren wählen RC2-zertifizierte Haustüren.

    Was kostet die Nachrüstung mit Türen oder Fenster: Wo?

    Viele Hauseigentümer investieren zuerst in eine gute Haustür und vernachlässigen dabei die Fenster.

    Schützt Türen oder Fenster: Wo auch im Erdgeschoss zuverlässig?

    Wer sein Sicherheitsbudget klug einteilt, investiert zuerst in die Sicherung von Erdgeschoss-Fenstern und Terrassentüren, dann in Kellerfenster, und zuletzt in die Haustür, falls diese noch nicht gut gesichert ist.

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